Bei der Rohrreinigung wird eine verstopfte Abwasserleitung mechanisch mit einer rotierenden Spirale oder hydromechanisch mit Hochdruckwasser wieder frei gemacht. Welches Verfahren richtig ist, hängt von Rohrmaterial, Durchmesser und Art der Ablagerung ab — Haare und Seife brauchen etwas anderes als verhärtetes Fett oder eingewachsene Wurzeln.
- Elektrische Rohrreinigungsspirale für Fall- und Anschlussleitungen
- Hochdruckspülung mit auf das Rohr abgestimmtem Druck
- Kamerakontrolle bei wiederkehrenden Verstopfungen
- Schutzabdeckung für Boden und Möbel
- Abschließende Funktionsprüfung mit reichlich Wasser
Woran man erkennt, wo die Verstopfung sitzt
Bevor irgendein Gerät angesetzt wird, lohnt eine Minute Diagnose. Sie beantwortet die wichtigste Frage: Steckt das Problem in einem einzelnen Ablauf oder im gemeinsamen Strang?
| Beobachtung | Wahrscheinliche Stelle | Typisches Vorgehen |
|---|---|---|
| Nur ein Becken läuft langsam ab | Geruchsverschluss (Siphon) oder Anschlussleitung | Siphon öffnen, kleine Spirale |
| Bad und Küche im selben Geschoss betroffen | Anschlussleitung zum Fallstrang | Spirale über Reinigungsöffnung |
| Mehrere Wohnungen übereinander betroffen | Fallstrang | Spirale, Reinigung vom Dach oder aus dem Keller |
| Wasser drückt im Keller zurück | Grundleitung oder Anschlusskanal | Hochdruckspülung über Revisionsschacht |
| Gluckern in anderen Abläufen beim Spülen | Belüftungsproblem oder beginnender Verschluss im Strang | Kamera zur Abklärung |
Die Verfahren im Einzelnen
Elektrische Rohrreinigungsspirale
Eine flexible Stahlspirale wird motorisch gedreht und mit einem Werkzeugkopf durch das Rohr geschoben. Für Haarnester und Seifenverkrustungen genügt ein Räumkopf, für verhärtete Ablagerungen kommen Kreuz- oder Kettenschleuderköpfe zum Einsatz. Die Spirale ist präzise und funktioniert auch dort, wo kein Wasseranschluss verfügbar ist — sie reinigt aber vor allem den Weg, nicht die gesamte Rohrwand.
Hydromechanische Hochdruckspülung
Ein Spülschlauch mit rückwärts gerichteten Düsen zieht sich durch den Rückstoß selbst in die Leitung und spült Ablagerungen zurück Richtung Schacht. Der Druck wird auf Material und Zustand eingestellt: Für Kunststoff- und Steinzeugleitungen im Hausbereich ist deutlich weniger nötig als für einen kommunalen Sammler. Der große Vorteil: Das Rohr wird auf ganzer Länge sauber, nicht nur durchstoßen.
Kanalkamera
Bei wiederkehrenden Verstopfungen ist die Kamera das eigentliche Werkzeug. Sie zeigt, ob eine Muffe versetzt ist, ob Wurzeln eingewachsen sind, ob Gefälle fehlt oder ob die Leitung schlicht am Ende ihrer Lebensdauer ist. Ohne diesen Blick behandelt man Symptome.
Was Sie nicht tun sollten
Chemische Rohrreiniger lösen organisches Material an, versagen aber genau dort, wo die Ursache meist liegt: bei mineralischen Ablagerungen, Wurzeln und baulichen Fehlern. In einer stehenden Wassersäule verdünnen sie sich zusätzlich und wirken kaum noch. Zurück bleibt eine ätzende Brühe im Rohr — mit realer Verätzungsgefahr, sobald jemand mechanisch arbeitet. Dichtungen und ältere Kunststoffrohre nehmen zudem Schaden.
Ebenfalls keine gute Idee: eine Spirale mit Gewalt vorschieben, wenn sie blockiert. Meistens sitzt sie in einem Bogen — und wer dann Kraft nachlegt, riskiert einen Rohrschaden oder eine im Rohr verklemmte Spirale, die anschließend aufgegraben werden muss.
Wenn Reinigung nicht die Lösung ist
Manchmal ist die ehrliche Antwort: Dieses Rohr braucht keine weitere Reinigung, sondern eine Sanierung. Typische Anzeichen sind Verstopfungen mehrmals im Jahr an derselben Stelle, sichtbare Scherbenbildung bei der Kamerauntersuchung, dauerhaft stehendes Wasser durch Gegengefälle oder massiver Wurzeleinwuchs. In diesen Fällen sagen wir Ihnen das — und Sie können entscheiden, ob Sie weiterhin jedes halbe Jahr für eine Reinigung zahlen oder das Problem einmal richtig lösen.
Wo wir diese Leistung anbieten
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